Oldenburg ist meine Wahlheimat. Zunächst für das Studium und später für die Kochausbildung. Diese kleine Großstadt zieht mich immer wieder in seinen Bahn weil sie gemütlich ist, sich sicher und geborgen anfühlt und sich viele Menschen in ihr tummeln, die schnell ans Herz wachsen. Kulinarisch ist diese Stadt immer mindestens zwei Jahre hinter allen anderen, alles andere würde bei dem ruhigen Gemüt der Stadt auch nicht passen. Für mich ist Oldenburg die grüne, beschauliche Schwester Osnabrücks, bei der du weißt was du bekommst und in der du dich fallen lassen kannst.
Um Euch den Einstieg in diese Mini Metropole so schön wie nur irgend möglich zu gestalten, kommen hier einige Tipps:
Start your day right: Frühstück
- Orto Bistro
Wichtig: richtiges Frühstück gibts soweit ich weiß nur Samstags, ansonsten überzeugt auch der Mittagstisch mit regionalen, frisch zubereiteten Speisen. Hannes, der Küchenchef und einer der Inhaber, lässt dabei seine Erfahrungen aus Küchen weltweit einfließen und überrascht durch Techniken und Kombinationen, die immer was für den Geschmack und das Auge sind. Und nicht zu vergessen: das beste Sauerteigbrot der Stadt – um Längen. - Café Magdalena
In einer kleineren Nebenstraße gelegen überzeugt das Magdalena mit Klassikern: üppige Stullen, Pancakes, Bowls etc. Liebevoll und lecker! - CORNER by Kevin Gideon
Wer das extravagante Frühstück sucht, sollte sich das CORNER nicht entgehen lassen. Beim Auftakt erwartet euch ein Sammelsurium erlesener Speisen inklusive Pastrami, Käse aus Neuenburg, hausgemachten Aufstriche, hausgemachtes Brioche und mehr. Das Angebot wird um einige Stullen, Shakshuka und süße Klassiker wie French Toast ergänzt.



We want that Cake! Die besten Kuchen in den besten Cafés
Die OldenburgerInnen craven eher süße Kuchen als herzhafte Snacks. Daher kommen hier meine Highlights:
- Café Innenleben
Egal wer etwas anderes behauptet, da gibt’s die besten Kuchen. Punkt. Der Teig ist immer saftig, die Creme immer fluffig, die Kuchen sind perfekt ausbalanciert in der Süße und Fruchtsäure und die Lage im Innenhof eines Dekorationsladens bietet Privatsphäre und Gemütlichkeit. - Käthe Kaffee
Den wohl besten Kaffee der Stadt, von hervorragenden Baristas zubereitet, bekommt ihr in der Kaiserstraße. Direkt hinter der Theke beginnt auch schon der Möbelladen mit Vintage Pieces verschiedener Jahrzehnte. Ein einzigartiges Konzept, welches durch ausgewählte Gebäckstücke vervollständigt wird. - Café Saltkrokan
Im Hinterhof gegenüber von Heimathafen versteckt sich das Saltkrokan. Ein kleines Café mit großem Außenbereich und einer hübschen Auswahl an Kuchen und Torten. - Koffie Kliek
Disese Café, ehemals Appeltje, eignet sich nicht nur zum Kuchen schnabulieren, sondern auch das Frühstück ist eine 10 von 10. Im Innenhof sitzt es sich fabelhaft von Frühling bis Herbst. - Espressobar Kaffeekunst
Der Nikolaigang ist ja sowieso ein Highlight aufgrund des Zimtgeruchs der Bäckerei Janßen Franzbrötchen. Magisch angezogen davon muss man sich nur etwa 15 Meter weiter tragen lassen, um bei Kaffeekunst zu landen. Gemütlich, nicht hip und genau so schmecken die Kuchen- einfach und ehrlich.
Girl Dinner: Abends für unter 30 €
- Safran
Ein Oldenburger Urgestein in der Mottenstraße. Obwohl umliegende Gastronomien öfters durchwechseln, bleibt Safran felsenfest stehen. Persische Küche mit interessanten Kombinationen und gelbem, durch Safran gefärbtem Brot. Auch für VeganerInnen super geeignet. Die Sitzplätze im Innen-und Außenraum sind sehr begrenzt. Safran bietet zudem Zuschau-Kochkurse an. Ich habe diesen Kochkurs mal besucht und wurde mit reichlich leckerem Essen, neuen Eindrücken und Rezepten belohnt! - Solero
Selbst vielen OldenburgerInnen ist Solero kein Begriff, obwohl sie meiner Meinung nach die beste Pizza der Stadt machen. Versteckt im Hinterhaus an der Alexanderstraße bietet das Solero auch einen schönen Wintergarten und Außenbereich. Das Publikum ist oft etwas älter, das Personal aber auf Zack und sehr freundlich. Auch ein schönes Ziel für erste Dates, da es nicht so einsehbar ist wie viele Lokale der innenstadt! - Viet Pho
Nach dem Umzug ins Core hat es etwas an Charme verloren, im Viet Pho lange zu sitzen, aber geschmacklich tat es keinen Abbruch. Sushi, Sommerrollen und verschiedenste Salate und Soßen mit Reis. Lecker, frisch, große Portionen und bei Sonnenschein eine schöne Lage in der Innenstadt.
Date Night oder Familienbesuch: 50-80€
In dieser Kategorie sehe ich in Oldenburg den höchsten Optimierungsbedarf. Ehrliches Essen in guter Qualität mit hohem Frischeanspruch. Aber ein paar Gems finden sich dann doch, in die ihr eure Familie problemlos entführen könnt und einen guten Abend erwarten dürft:
- Moskito
Sushi ist ja immer ein finanzielles Wagnis, die Bezeichnung an sich scheint Rechtfertigung genug horrende Summen zu verlangen, obwohl die Qualität oft nicht mithalten kann: Anders Moskito. Super frisch, hervorragendes Handwerk und faire Bepreisung. Dazu tolle Weine und neben Sushi auch ein breites Angebot anderer Speisen. In dieser Kategorie denke ich eher an einen vollen Tisch mit Sushi zum Sattessen, sonst auch ein toller, ungestörter Ort für Girl Dinner! - Hafenhaus
Für mich eine der schönsten Locations: An der Hunte beim Achterdiek sitzt man auf der Terasse direkt über dem Wasser. Teil der Vorspeise waren geräucherte Artischockenherzen, an die ich noch immer wehmütig denke. Raffinierte omnivore und vegetarische Hauptgänge runden das Menü ab. Auch dort gibt es am Wochenende Frühstück! - Sasso
Italienische Küche wie man sie sich vorstellt und wie sie sein soll.
Fine Dining in (G)Oldenburg
Bisher gibt es kein Michelin Guide prämiertes Restaurant in Oldenburg, dennoch darf man vermuten, dass zwei Restaurants sich die Änderung dieses Umstands zur Aufgabe gemacht haben. Die möchte ich natürlich nicht vorenthalten:
- Kaiserküche
Seitdem die Kaiserstraße nun vollends gentrifiziert wurde, hat auch ein Fine Dining Restaurant dort Platz. In der Kaiserküche wird mit regionalen Produkten fermentiert was das Zeug hält. Die feinen Kompositionen werden in der offenen Küche liebevoll auf den Teller gebracht und durch kompetenten Service am Gast serviert. Das Interieur ist dunkel und schick. Auf jeden Fall einen Besuch wert! - Restaurant Kevin Gideon
Kevin und sein Team sind jung und hungrig. Immer mit einem lockeren Spruch auf den Lippen lebt Kevin die Gastgeberrolle voll aus und überzeugt mit unvorhergesehenen Kombinationen, die man so schnell nicht vergisst. Gelegen in einem alten Reetdach Bauernhaus besticht das Restaurant mit Charme und einem Mix aus Bodenständigkeit und Eleganz, durch den man sich zuhause fühlt. Da ich dort meine Ausbildung genießen durfte, behält dieses Restaurant einen unangefochtenen Teil meines Herzens.


